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Kleines Land - große Namen

   

Als Herkunftsland berühmter Persönlichkeiten mit Wiedererkennungswert hat Dänemark große Namen hervorgebracht, die auf den Gebieten Kultur und Wissenschaft Hervorragendes geleistet haben.

 

Tycho Brahe (1546-1601) beschäftigte sich mit der Bewegung von Erde und Sonne im Verhältnis zueinander. Er lag dabei nicht ganz richtig, befand sich aber in Gesellschaft von so illustren Persönlichkeiten wie Kopernikus, Kepler und Newton, deren gemeinsamen Bemühungen zur Erklärung des Sonnensystems und der Schwerkraft führten.

 

Ole Rømer (1644-1710) wunderte sich, dass die Monde des Jupiter in ihren elliptischen Bahnen um den Planeten nicht zu den von ihm vorausberechneten Zeitpunkten sichtbar waren. Er leitete daraus eine „Verzögerung“ des Lichts ab, dem man – mit anderen Worten – eine Geschwindigkeit zuordnen konnte. Zu dieser stellte er Berechnungen an, und die Lichtgeschwindigkeit gilt seitdem als die fundamentalste Konstante in der Physik. Außerdem bestimmte er den Gefrier- und Siedepunkt von Wasser als wichtigste Messpunkte auf einem Thermometer – lange bevor Celsius auf die gleiche Idee kam.

 

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Auch andere Naturkräfte wurden von Dänen gedeutet oder gebändigt.

 

H.C. Ørsted (1777-1851) entdeckte die Wirkung elektrischen Stroms auf einen Magneten und wurde damit zum Entdecker des Elektromagnetismus.

 

Niels Steensen (1638-1686) erforschte Fossilien und Kristalle und wurde damit zum Begründer von zwei Wissenschaften, der Geologie und der Kristallographie. Er konvertierte zum Katholizismus und wurde 1986 als Nicolaus Steno selig gesprochen.

 

Eine der größten Persönlichkeiten der Naturwissenschaft – der Nobelpreisträger Niels Bohr (1885-1962) – lieferte mit dem sogenannten Periodischen System die Erklärung für den Zusammenhang der Grundstoffe, und seine Analyse des Wasserstoffatoms bedeutete für die Atomphysik einen wahren Quantensprung nach vorn. Während Dänemarks Besetzung im Zweiten Weltkrieg emigrierte er in die USA, wo er mit den Physikern zusammenarbeitete, die die Atombombe konstruierten.

 

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Auch zur Forschung zu Fragen der menschlichen Anatomie und Gesundheit haben die Dänen entscheidend beigetragen.

 

Thomas Bartholin (1616-1680) ist der Entdecker des Lymphsystems.

 

Niels Finsen (1860-1914) entdeckte die oft heilende Wirkung der infraroten Strahlen des Lichts bei Hautkrankheiten und wurde mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

 

Johannes Fibiger (1867-1928) gelang erstmals der Nachweis, dass Krebs auch durch Faktoren außerhalb des menschlichen Körpers selbst ausgelöst werden kann, so z.B. durch den Umgang mit Teer. Fibiger wurde als Erstem der Nobelpreis für Krebsforschung verliehen. Henrik Dam (1895-1976) erhielt den Nobelpreis für seine Entdeckung des Vitamins K.

 

Jens Christian Skou (geb. 1924) erhielt 1997 den Nobelpreis für die Erforschung des Phänomens, dass chemische Stoffe Zellwände durchdringen – eine Entdeckung mit praktischen Auswirkungen auf die Behand­lung von Herz-, Asthma- und Allergieleiden.

 

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Stattlich ist auch die Zahl der Philosophen und Schriftsteller, die Dänemark hervorgebracht hat.

 

Der Pfarrer und Kirchenlieddichter N.S.F. Grundtvig (1783-1872) war geistiger Vater der Volkshochschulbewegung – einer Form der Erwachsenenbildung, die mit akademischem Snobismus Schluss machte und nicht zuletzt der jugendlichen Bevölkerung auf dem Lande nützliches Wissen vermittelte. Aus der Volkshochschulbewegung ging die Genossenschaftsbewegung hervor. Diese äußerte sich in der Praxis in einer Agrarproduktion von ausgeprägt gleichartiger und stabiler Qualität, die auf dem Weltmarkt zu einem Erfolgsschlager und für viele Jahre zur Grundlage des dänischen Lebensstandards wurde.

 

Grundtvig war es auch, der den Dänen ein gesellschaftliches Rezept gab: Jeder sollte das Recht auf freie Selbstentfaltung haben, allerdings unter der Bedingung, dass er anderen dadurch nicht schadet. Und diejenigen, die viel verdienen, sollten mittels Besteuerung an die wenig Verdienenden sowie an die Alten und Kranken etwas abgeben. Es handelt sich hierbei um das Modell eines Wohlfahrtsstaates, wie er in Dänemark heute praktiziert wird.

 

Søren Kierkegaard (1813-1855) war ein herausragender Denker, der sich u.a. mit dem Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Masse beschäftigte. Seine Philosophie wies geradezu in Richtung auf den späteren Existentialismus, und noch heute gehört Kierkegaard zu den meistgelesenen Philosophen der Welt.

 

Hans Christian Andersen (1805-1875) schrieb in das Vertrauen erweckende Gewand des Märchens gehüllte Geschichten, an denen sowohl Kinder als auch Erwachsene ihre Freude haben. Bis heute ist er einer der international meistgelesenen Schriftsteller.

 

Dänemark hat mehrere Literaturnobelpreisträger hervorgebracht. Johannes V. Jensen (1873-1950) beschrieb in „Kongens fald“ (Des Königs Fall) die Dänen als Träumernaturen. Der Roman wurde jüngst zur Jahrtausendwende in einer Umfrage unter den dänischen Lesern zum besten Roman des Jahrhunderts gewählt.

 

Karen [Tania] Blixen (1885-1962) schrieb u.a. „Babettes gæstebud“ (Babettes Fest) und „Den afrikanske Farm“ (Die afrikanische Farm). Das letztgenannte Werk hat seinen autobiographischen Hintergrund in den achtzehn Jahren, die die Autorin als Kaffeefarmerin in Kenia verbrachte. Beide Werke erwiesen sich im Übrigen als hervorragender Stoff für Verfilmungen, wie z.B. "Out of Africa".

 

Gleiches gilt für „Frøken Smillas fornemmelse for sne“ (Fräulein Smillas Gespür für Schnee) von Peter Høeg, geb. 1957. Zusammen mit anderen Autoren wie z.B. Henrik Stangerup (1937-1998) und Klaus Rifbjerg (geb. 1931) gehört Høeg zu einer neuen und häufig in andere Sprachen übersetzten erfolgreichen Generation dänischer Literaturschriftsteller.

 

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Carl Nielsen (1865-1931) lernte die Welt der Töne kennen, als er als Hütejunge Holzscheite aneinander schlug und sich über ihren unterschiedlichen Klang wunderte. Seine Symphonien und seine Opern „Saul und David“ und „Maskarade“ (Maskerade) erfreuen sich auch bei einem internationalen Publikum zunehmender Beliebtheit.

 

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Ihr eigenes, facettenreiches Universum bilden Dänemarks bildende Künstler. Bertel Thorvaldsen (1770-1844), der viele Jahre in Rom lebte und arbeitete, gehörte u.a. aufgrund seiner Werke im Petersdom zu den zu seiner Zeit gefeiertesten Bildhauern.

 

Die Maler schlossen sich bisweilen zu Künstlerkolonien zusammen. Die Skagen-Maler wie P.S. Krøyer fanden ihre Motive unter den Fischern und Bauern in Nordjütland, wo sich Licht und Wasser zweier Meere an der nördlichsten Spitze des Landes brechen. Für die Fünischen Maler bot ein südlicheres Landschaftsidyll eine Fülle von Motiven.

 

Weltruhm errang der abstrakte Maler Asger Jorn (1914-1973), der zusammen mit anderen europäischen Malern die Gruppe COBRA (gebildet aus den Initialen der Städtenamen Copenhagen, Brüssel und Amsterdam) gründete.

 

Zu den neueren internationalen Namen gehören u.a. Per Kirkeby (geb. 1938) und der Multikünstler Bjørn Nørgaard (geb. 1947), dessen Gobelins mit der Darstellung der Geschichte Dänemarks am 60. Geburtstag von Königin Margrethe II. enthüllt werden.

 

Dänische Bühnenkünstler haben sich auf Bühnen jeglicher Art hervorgetan. August Bournonville (1805-1879) schrieb die Choreographie zu 50 Balletten und schuf einen Ballettstil, der das Königlich Dänische Ballett zu einem Ensemble von Weltruf machte. Auch Victor Borge (1909-2000), ein wahres Energiebündel an Humor und Musikalität in der Welt des Varietés unserer Tage, war dänischer Abstammung.

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Der dänische Film hatte seine große Zeit und seine internationalen Erfolge in den Tagen des Stummfilms. Der Filmstar Asta Nielsen (1881-1972) erstrahlte in allen Kinos der Welt. Carl Th. Dreyer (1889-1968) drehte den Schwarz-Weiß-Film „La passion de Jeanne d’Arc“, eines der Kleinode der Filmgeschichte. Dreyers Zeitgenosse, Benjamin Christensen (1879-1959), der alle Möglichkeiten des Films souverän beherrschte, wurde dafür ebenfalls von einem internationalen Publikum umjubelt.

 

Etliche Jahre schwamm der dänische Film auf einer Erfolgswelle – mit den mit einem Oscar prämierten Filmen „Babettes Fest“ von Gabriel Axel (geb. 1918) und Bille Augusts (geb. 1948) „Pelle der Eroberer“, letzterer nach dem gleichnamigen Roman von Martin Andersen Nexø (1869-1954).

 

Mit u.a. Lars von Trier (geb. 1956), Thomas Vinterberg (geb. 1969), Søren Kragh-Jacobsen (geb. 1949) und Kristian Levring (geb. 1957) – Absolventen der Kopenhagener Filmschule – ist eine neue Generation von Regisseuren ins Rampenlicht getreten. Mit ihrer Forderung nach Verwendung der Handkamera, dem Verbot künstlicher Beleuchtung etc. haben sie einen neuen filmischen Stil – die „Dogma“-Filme – geschaffen, der die Aufmerksamkeit von Filmemachern in vielen Ländern erregt hat.

Ein großes ausländisches Publikum hat auch die Serie lustiger Filme über die „Olsen Bande“ gefunden – die Geschichten von drei kleinen Gaunern, deren Traum vom Millionen-Coup sich nie erfüllt. Auch die dänische Fernsehserie „Matador“ (Die Leute von Korsbæk) über das Leben in einer dänischen Provinzstadt fand internationale Verbreitung. Die Regie führte bei beiden Serien Erik Balling (geb. 1924).

 

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Dänische Architekten haben, neben dem Entwurf gelungener Reihenhäuser, große internationale Bauprojekte realisiert: Arne Jacobsen (1902-1971) u.a. das Saint Catherine’s College in Oxford, Jørn Utzon (geb. 1918) das Operngebäude in Sydney, Henning Larsen (geb. 1925) das saudi-arabische Außenministerium in Riad und Johann Otto von Spreckelsen (1929-1987) den neuen Triumphbogen in Paris, „La grande Arche“.

 

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Kultur bedeutet in Dänemark auch Körperkultur, und Tausende von Dänen betreiben alle möglichen Arten von Breitensport. Grenzenlose Bewunderung wird auch der sportlichen Elite entgegengebracht, wie dem Segler Poul Elvstrøm (geb. 1928), Gewinner von vier olympischen Goldmedaillen, 13 Weltmeisterschaften und sieben Europameisterschaften, dem Tour de France-Sieger Bjarne Riis (geb. 1964) und Fußballstars wie den Brüdern Michael Laudrup (geb. 1964) und Brian Laudrup (geb. 1969) sowie dem Torhüter-Phänomen Peter Schmeichel (geb. 1963).

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